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Lieber Leser!
Voltaire, der französische Freigeist, schrieb einmal "Herr Abbé, ich verabscheue, was Sie schreiben, aber ich gäbe mein Leben dafür, daß Sie weiterschreiben dürfen". Das war vor etwa 200 Jahren. Heute sind wir längst weiter. Voltaire amüsierte sich noch über die Pesonifizierung der gutgläubigen Naivität, Candid. Der meinte - in grauer Vorzeit! - in der besten aller möglichen Welten zu leben. Wir aber wissen - dank unserer unermüdlichen Medien! -, daß wir heute im besten aller möglichen Systeme, unter dem besten aller möglichen Regime, das nur unser Bestes will, leben. Äußerungen, zumal öffentliche, sind also gar nicht mehr nötig. Aber gut, wes´ Herz voll ist, des´ Mund läuft über. Gönnen wir uns also in aller Bescheidenheit die eine oder andere Ergebenheitsadresse und Jubelmeldung:
7.6.2008
An die HNA in Kassel betreffend "Ein gespaltenes Land"
Guten Morgen!
Ihre Türkei-Korrespondentin schreibt "Wählen dürfen die Türken - aber wichtige Dinge entscheiden dürfen sie nicht. Es ist ein Staat jenseits aller EU-Normen." Soll das ein Witz sein? Wählen, aber nichts entscheiden dürfen, das ist die EU-Norm! Oder durften wir etwa über den EURO, die doppelte Staatsbürgerschaft, die Rechtschreibreform; über Mastricht, das Schengener Abkommen, die EU-Verfassung und jetzt den Lissaboner Vertrag; über die schrittweise Zulassung der Agro-Gentechnik, die Aufweichung des Embryonenschutzgesetzes; über die Umwandlung Deutschlands in ein multikulturelles Siedlungsgebiet mit immer umfassenderer Überwachung und die Umwandlung der Bundeswehr ín eine Interventionsarmee - durften wir Deutschen in einer dieser essentiellen Belange entscheiden? Es fand nicht einmal eine öffentliche Diskussion darüber statt! Dies sollte die HNA anprangern, statt billig über die Türkei die Nase zu rümpfen.
Mit freundlich-festem Gruß
Friedrich Baunack
6.6.2008
An die HNA in Kassel betreffend Antrittsbesuch des russischen Präsidenten Medwedew in Berlin: "Vergnügtes Lächeln statt Pokerface"
Guten Tag!
Das Photo mit Dimitri Medwedew und Angela Merkel ist nicht nur aussagekräftig wegen Medwedews leisem Lächeln im Gegensatz zu Putins meist undurchdring-licher Miene. Viel interessanter: Dort das Lächeln eines Staatspräsidenten, der entschlossen ist, das Recht und die Freiheit seines Volkes und Landes zu wahren und zu mehren, hier die verkniffene Maske einer Kanzlerin, deren Politik auf die Entrechtung und Auflösung des eigenen Landes und Volkes hinausläuft. Ob die CDU-Politikerin (angeblich ehemals FDJ-Sekretärin für Agitation und Propaganda) der DDR tiefer verbunden ist als die PDS? Ihr offenbarer Traum von der Auflösung der Völker, der Schaffung eines neuen, nun nicht Sowjet-, sondern EU-Menschen, ihre Zielstrebigkeit, das untergegangene Moskauer Politbüro in Brüssel wiederauferstehen zu lassen, die Bespitzelungs- und Über-wachungssucht, verkörpert durch ihren Innenminister Schäuble, deuten darauf hin. Offenbar hat Frau Griffin von der HNA den gleichen Eindruck: Im Kommentar zum Staatsbesuch des russischen Präsidenten spricht sie in bester DDR-Manier "über die deutsch-sowjetische Freundschaft" - fast 17 Jahre nach Auflösung der UdSSR!
Mit freundlich-festem Gruß
Friedrich Baunack
4.6.2008
An die HNA in Kassel, betreffend "EM-Extra: Hurra - wir sind dabei"
Guten Morgen!
Schade, daß die "Schlachtrufe" nicht übersetzt wurden. Aber richtig mutigist es von der HNA, das Ursprungsland der vorgestellten Menschen"Heimat" zu nennen. "Ausländischer Mitbürger" hin, "Migrant" her: Heimat bleibt Heimat! Im Falle eines Falles schlägt das Herz nur für sie, woimmer der gegenwärtige Wohnsitz auch sein mag. Das gilt für in derRegel harmlose Dinge wie Fußball-Meisterschaften und erst recht für ernste Angelegenheiten. Die meisten Menschen empfinden freudigen Stolz über ihre Volkszugehörigkeit, mögen die Blockwarte der politischen Korrektheit auch noch soviel säuseln und zetern!
Mit freundlich-festem Gruß
Friedrich Baunack
29.5.2008:
Liebe Verwandte, Freunde, Landsleute!
Bundesrat und Bundestag haben dem sogenannten "Lissaboner Vertrag" zugestimmt. Hinter diesem von den EU-Regierungschef ausgekungelten Machwerk steht nichts anderes als die von den Völkern abgelehnte EU-Verfassung. Tritt der Lissaboner Vertrag in Kraft, haben wir in Europa keine souveränen Staaten mehr, sondern im Grunde einen Bundesstaat, der allerdings demokratisch weder legitimiert noch kontrolliert sein wird. Die nationalen Parlamente werden damit ebenso entmachtet wie die nationalen Verfassungen außer Kraft gesetzt. Das Ganze ist ein kalter Staatsstreich, der das Grundgesetz nicht nur aushebelt, sondern bricht.
Wie auch immer zu diesem gestanden wird, seine Väter haben mit ihm versucht, an Freiräumen und -wegen offenzuhalten, was in der Besatzungszeit offengehalten werden konnte. Es war nichts als ein Übergangs-Regelwerk für die Zeit bis zur Wiedererlangung der nationalen Souveränität und sollte solange gelten, bis (Artikel 146) sich das Deutsche Volk in freier Selbstbestimmung eine Verfassung gegeben hat.
Nun schafft es die herrschende politische Klasse ab, ohne dies allerdings zu sagen oder gar zur Diskussion zu stellen. Zwar haben der Bundestagsabgeordnete Gauweiler und der Staatsrechtler Schachtschneider schon Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht, aber wie dieses entscheidet, ist ungewiß.
Das einzige Volk, was diesen Vertrag im Moment noch ohne weiteres verhindern kann, ist das irische. Nur diesem wird eine Volksabstimmung zugestanden. Auch in Irland gibt es eine breite Bewegung gegen den Lissaboner Vertag. Wir sollten diese Bewegung nach Kräften unterstützen und die Iren ermutigen, gegen den Vertrag zu stimmen: www.irish-friends-vote-no-for-me.org
Seine Einführung hieße die totale Entmachtung und Gleichschaltung seiner Völker und Bürger und die Errichtung einer neoliberal-kapitalistischen Diktatur.
Mit freundlich-festem Gruß
Friedrich Baunack
24.5.2008:
An die HNA in Kassel,
betrifft: Heutige Ausgabe: "Bundesrat macht Weg frei für EU-Reform"
Guten Morgen, Herr Seidenfaden!
Dieser Artikel verdeutlicht wieder einmal augenfällig die Art der HNA: Sie informiert nicht, sie gibt vor zu informieren! Kein Wort zur quasi Abschaffung des Grundgesetzes (entgegen Artikel 146, wonach es solange gültig ist, bis das Deutsche Volk sich in freier Selbstbestimmung eine Verfassung gegeben hat), kein Wort zur endgültigen Selbstentmachtung (selbstverständlich ohne folgerichtige Selbstauflösung) des Bundestages und damit des Deutschen Volkes, kein Wort zum betrügerischen Etikettenschwindel (der sogenannte "EU-Reformvertrag" ist nichts anderes als die von den Völkern abgelehnte EU-Verfassung), stattdessen nebensächliche Details wie "Neuer Chef", "Verkleinerung der EU-Kommission" und so weiter. Dieser Vertrag ist ein kalter Putsch, ein "Umsturz" (so der gegen den Vertrag klagende Staatsrechtler Professor Doktor Schachtschneider). Die HNA aber, die so gerne das Versagen der Deutschen im III. Reich krtitisiert, die so selbstgefällig die Vergangenheit bewältigt, die so eifrig vor der "braunen" Gefahr warnt, sie versagt vor der Herausforderung der Gegenwart und trägt brav die Verschleierungstaktik der heute herrschenden politischen Klasse mit.
Mit freundlich-festem Gruß
Friedrich Baunack
13.5.2008:
Sehr geehrter Herr Baunack!
Wunschgemäß bestätigen wir Ihnen hiermit den Eingang Ihrer HNA-Abonnements-Kündigung....
Ihre Kritik an unseren redaktionellen Inhalten haben wir an unseren Chefredakteur, Herrn Horst Seidenfaden, weitergeleitet, der sich in Kürze noch einmal mit Ihnen in Verbindung setzen wird.
Für Ihr Verständnis danken wir Ihnen.
Freundliche Grüße, Unterschrift...
8. Mai 2008:
An die Hessisch-niedersächsische Allgemeine in Kassel
Guten Tag! Hiermit kündige ich zum nächst möglichen Zeitpunkt den Bezug der HNA.
Ihr nachsichtiges Wohlwollen gegenüber den Deutschen, die es noch sein wollen, Ihr Wille und Ihre Fähigkeit zu differenzieren und in die Tiefe zu gehen, Ihr Bedauern über jede, letztlich gütige Repression gegen Anders-, das heißt Falschdenkende, Ihre tapfere Eigenständigkeit gegenüber den Machthabern, letztlich Ihre Seriosität erschlagen mich förmlich.
Die hier und heute herrschende politische Klasse und Zeitungen wie Ihre haben mittlerweile eine Sphäre der Vollkommenheit erreicht, in der sie nur noch einander brauchen und bedingen, Volk und Leserschaft aber - außer als Zahler - überflüssig, wenn nicht gar lästig geworden sind.
Daraus hat jeder brave Bürger seine Konsequenzen zu ziehen. Weiterhin guten Flug also!
Friedrich Baunack
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